Nicht ganz Afrika retten, aber einige gute Beispiele setzen für eine menschenwürdige Zukunft...
...ist die Devise unseres Projektes.
Das Kinderpatenschaftsprojekt gibt es bereits seit über 20 Jahren. Mittlerweile werden über 420 Kinder finanziell unterstützt, um die Schule besuchen zu können, oder eine Ausbildung zu absolvieren. Mit dieser Unterstützung wird erreicht, dass junge Menschen Zugang zur Bildung erhalten. Wir nennen dies Hilfe zur Selbsthilfe. Die jungen Menschen müssen selbst für ihr Land sorgen können. Einige unserer ehemaligen Patenkinder haben ihre Ausbildung beendet und stehen jetzt auf eigenen Füssen. Sie können für sich selbst und ihre Familien sorgen. Dies sind gute Beispiele auf die wir stolz sind, und denen in Zukunft noch viele folgen werden.
Die Auszahlung der Gelder erfolgt an zwei Terminen (September und Dezember) direkt an die Kinder selbst, oder bei Minderjährigen an einen Erziehungsberechtigten. Aktuelle Schul- bzw. Ausbildungsbescheinigungen geben den Nachweis, dass das Geld für die Ausbildung verwendet wird. Die Arbeit der Auszahlung teilen sich die Teams aus Melsungen und Koudougou. Einmal jährlich fährt eine Delegation aus Melsungen nach Koudougou. Bei den Auszahlungsterminen besteht die Möglichkeit sich vor Ort ein Bild von den Patenkindern zu machen, Probleme zu besprechen und direkten Kontakt zu den Kindern und deren Familien zu halten.
Die Zusammenarbeit mit dem Team vor Ort, das sich aus Vertretern der verschiedenen Religionszugehörigkeiten, den Behinderten, dem Partnerschaftsverein Koudougou sowie dem Bürgermeister zusammensetzt, ist sehr gut. Neuanträge für Patenschaften werden vor Ort von diesem Team entgegen genommen und sie entscheiden über die Dringlichkeit.
Eine weitere Gruppe ist gegründet worden, die direkten Kontakt zu den Patenkindern und deren Familien hält. Somit ist immer ein Ansprechpartner bei möglichen Problemen und Nöten vor Ort.
Wenn man von Afrika spricht, dann geht es fast immer um Hoffnungslosigkeit. Wir wollen zeigen, dass man auch mit kleinen Schritten helfen kann, um die Zukunft der Kinder nachhaltig aufzubauen.
Natürlich wissen wir, dass wir nur wenigen Menschen helfen können, aber irgendwann muss irgendjemand beginnen.
Ein afrikanisches Sprichwort lautet:
Viele kleine Leute,
an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun,
werden das Gesicht der Welt verändern.
Unser Arbeitsplatz während der Auszahlungen
Annemarie Brübach, Dominique Schmidt, Kerstin Waskönig
(von rechts nach links)
Ein Patenkind in Begleitung eines Erziehungsberechtigten
bei der Auszahlung. Fragen über Schule, Familie und Gesundheit werden beantwortet.
Abschlussbesprechung der Auszahlung mit Mitgliedern des Komitees
Chronologie der Kinderpatenschaften Melsungen - Koudougou
1980 Erster Besuch gemeinsam mit einer Delegation aus Dreux/Frankreich (Partnerstadt von Melsungen) in Koudougou. Die Idee wurde geboren, Kindern mit einer Patenschaft zu helfen.
1981-1988 Bereits 80 Kinderpatenschaften vermittelt.
1989 Bildung eines Patenschaftskomitees in Koudougou zur Überwachung und Auszahlung der 2x jährlich überwiesenen Gelder an die Kinder.
1991 Die ersten Patenschaften für protestantische Kinder werden vergeben.
(Vorher wurde alles über die katholische Mission abgewickelt.)
2001 Durch den Umzug der bisherigen Zuständigen für die Patenschaften nach Frankreich, wurde ein neues Team in Melsungen gebildet. Dieses setzt sich aus 4 Vertretern zusammen, die das Projekt gemeinsam leiten. Auch in Koudougou wurde ein neues Komitee gebildet. Dieses setzt sich zusammen aus Vertretern der verschiedenen Religionen (Christen, Protestanten, Muslime, Anemisten), der Behinderten, einem Vertreter des Partnerschaftsvereins Koudougou, einem Vertreter der Stadt Koudougou und einem Vertreter von PPF. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe die geleitet wird von Kouilbi Yameogo.
Diese Gruppe kümmert sich direkt um die Patenkinder bei Problemen und ist erster Ansprechpartner für neue Patenschaftsanträge.
2003 Die Anzahl der unterstützten Kinder beträgt zur Zeit 356.
Die Zusammenarbeit aller Beteiligten in Melsungen sowie in Koudougou erweist sich als sehr positiv.
2004 Die Anzahl der unterstützen Kinder beträgt Ende des Jahre 376.
Verwendungszweck der Unterstützung
Mit dem Jahresbeitrag von 160,00 EUR pro Jahr wird dem Patenkind der Schulbesuch und später möglicherweise eine Ausbildung ermöglicht.
Die Unterstützung sollte möglichst bis Ende der Ausbildung fortgeführt werden.
Es steht den Pateneltern natürlich frei einen höheren Jahresbeitrag zu zahlen.
Die Gelder werden vor Ort in Koudougou zweimal jährlich den Kindern in Begleitung eines Erziehungsberechtigten und gegen Vorlage einer Schul- bzw. Ausbildungsbescheinigung ausgezahlt.
Die Auszahlungen finden im September und Dezember/Januar statt, da zu diesen Zeitpunkten die Schulgelder gezahlt werden müssen. Eine Auszahlung jährlich führt das Team in Koudougou allein durch, die andere wird von der Delegation aus Melsungen begleitet. Bei diesem Aufenthalt in Koudougou werden Informationen von den Kindern und den Familien gesammelt. Fotos werden jährlich den Pateneltern zur Verfügung gestellt. So ist ein aktueller Stand der Patenschaft immer gewährleistet.
Die Arbeit der Teammitglieder hier und auch vor Ort in Koudougou wird ehrenamtlich durchgeführt. Dem Team in Koudougou wird lediglich ein jährlicher Betrag für Nebenkosten wie Telefon, Kopien, Fotos, Fahrtkosten, etc. zur Verfügung gestellt, da für diese Kosten keine Institution aufkommt. Von den gespendeten Geldern werden pro Patenkind jährlich 5,00 EUR zurückbehalten. Daraus werden die Nebenkosten des Teams in Koudougou bestritten und der Hauptanteil als Fond für besondere Härtefälle zur Verfügung gestellt. Hierbei kann es sich um dringende Untersuchungen oder Operationen für die Kinder handeln, die von den Eltern nicht finanziert werden können. Das Team in Koudougou entscheidet über die Notwendigkeit dieser Ausgaben.
Der Rest der Spendengelder wird komplett an die Kinder ausgezahlt.